ORGAN²/ASLSP ist ein Musikstück für Orgel von John Cage aus dem Jahr 1987. Die Abkürzung ASLSP steht für »as slow as possible« und ist die Anweisung, die vierseitige Partitur so langsam wie möglich zu spielen. Bei der Uraufführung am 21. November 1987 in Metz spielte der Organist Gerd Zacher das Orgelstück in einer Länge von etwas über 29 Minuten.
Seit dem Jahr 2001 wird es in der Sankt-Burchardi-Kirche in Halberstadt als langsamstes und längstandauerndes Orgelstück der Welt in einer Gesamtlänge von 639 Jahren aufgeführt, der zufolge sich das Projekt als ein Versprechen in die Zukunft versteht und dementsprechend auch als musikalisches Langzeitexperiment gelten kann.Der jüngste Klangwechsel fand am 5. Februar 2022 statt; der nächste ist für den 5. Februar 2024 vorgesehen.
Oil Workers (from the Shell Company of Nigeria) returning home from work, caught in torrential rain, 2013, installed at Palazzo Grassi, Venice
David Claerbout ist vor allem für seine groß angelegten Videoprojekte bekannt, in denen er häufig bewegte und unbewegte Bilder kombiniert, um die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verwischen. Das nach einem gefundenen Foto akribisch rekonstruierte Porträt zeigt eine Gruppe nigerianischer Männer, die Schutz vor dem Monsunregen suchen.

Curtains opening and closing
2009, installation at Hauser & Wirth Zurich

ein stück ton und 85 tage – ein bildband über die tägliche auseinandersetzung mit dem selben 2,5 kg ton, dokumentiert in 85 fotografien und collagen.

Seit 2017 spiegelt der angezeigte Betrag die finanzielle Situation von Simon Freund zu einem bestimmten Zeitpunkt wider.

Eugen Herrigel ist durch seine persönliche Erfahrung und intellektuelle Auseinandersetzung tief in den Geist und die Praxis des Zen eingedrungen. Mit seinem Werk Zen in der Kunst des Bogenschießens schuf er ein Standardwerk der westlichen Zen-Literatur, das für viele Künstler und Intellektuelle ein Schlüsselerlebnis wurde. In den 1920er Jahren wirkte Herrigel als Professor für Philosophie in Japan und begann 1926 mit einem intensiven Training im Bogenschießen bei Meister Awa. Das Buch beschreibt eine transformative Erfahrung und vermittelt eindrucksvoll das Wesen der Zen-Praxis.
Doch Herrigels enge Verstrickung mit der nationalsozialistischen Ideologie kann nicht unbeachtet bleiben. In den 1930er Jahren sympathisierte er mit nationalsozialistischem Gedankengut und verband seine Begeisterung für Japan mit einer rassistischen Weltanschauung. Diese politischen Überzeugungen, die er nicht nur privat pflegte, sondern auch in seinen Schriften propagierte, werfen einen dunklen Schatten auf seine spirituelle Arbeit und machen seine ideologische Ausrichtung zu einem problematischen Aspekt seiner Biografie.

kuriose Webseite aus den 2000ern mit allerlei interessanten Dingen.
→ Verben mit verscheidenen Vorsilben
→ Georg Fischer's interessen

Doktor Murkes gesammeltes Schweigen ist der Titel einer Kurzgeschichte von Heinrich Böll. Erstveröffentlicht wurde sie 1955 in den Frankfurter Heften.

Warten auf Godot (französischer Originaltitel: En attendant Godot) ist ein Theaterstück von Samuel Beckett, das im Herbst 1948 begonnen, Anfang 1949 fertiggestellt und 1952 publiziert wurde. Es gilt als Inbegriff des absurden Theaters. Becketts Weltruhm beruht nicht zuletzt auf diesem Theaterstück, dessen Titel inzwischen international zur Redewendung wurde und mit dem – dem Stück nicht ganz folgend – ein Zwang zu langem und vergeblichem Warten gemeint ist.

„Ich werde dich verlassen.“ „Du kannst mich nicht verlassen.“ „Dann werde ich dich nicht verlassen.“
Die ENDSPIEL-Inszenierung von Kay Voges untersucht die messerscharfe Poetik der Beckettschen Wiederholungen in einem Raum der Gegenspannungen: das Laute und das Leise, Helligkeit und Dunkelheit, darin zwei Menschen, die gemeinsam-einsam gegen ihr Schicksal anrennen. Das Ich zwischen Unendlichkeit und Endlichkeit, gefangen in einem ewigen Kreislauf: Gibt es überhaupt irgendetwas zu verstehen – oder nur viel zu erleben?
→ Endspiel im Volkstheater Wien
→ Samuel Beckett
→ Kay Voges

»Der eigene Hund macht keinen Lärm, der bellt nur« Kurt Tucholsky. Auf der Webseite nähere ich mich dem Paradox der Stille und aber auch des Lärms an. Erste Gehversuche in dieser Thematik. Die Webseite ist im Rahme eines Entwurfkureses bei Prof. Dr. Sandra Hoffmann Robbiani im Jahr 2021 entstanden.

Brigitte Kölle und Claudia Peppel erkunden verschiedene Arten des Wartens in den Werken und Positionen vor allem zeitgenössischer Film- und Fotokünstler und verbinden sie mit literarischen oder essayistischen Texten über das Warten. Die Bilder und Texte verdichten sich zu einer verblüffenden Analyse unserer Gegenwart. So wird aus der ungenutzten oder verlorenen Zeit des Wartens eine geschenkte Zeit, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnen kann – und einen Freiraum für Reflexion, Kreativität und Entschleunigung.

Hayahisa Tomiyasu hat über fünf Jahre hinweg Menschen fotografiert, die an der Tischtennisplatte sitzen, essen oder klettern. Die Tischtennisplatte konnte Tomiyasu vom Fenster seines Zimmers im Studentenwohnheims sehen.
Deep dive into Disney's queue service, FastPass and FastPass Plus.
Eric Hattan ist ein Künstler, der aus dem bereits Vorhandenen schöpft. Was er sieht, animiert ihn, etwas damit zu machen. Gerne agiert er mit dem kleinstmöglichen Eingriff: Er verschiebt, stellt auf den Kopf, verlagert, stülpt um, um das Bestehende zu bergen und ihm Aufmerksamkeit zu verschaffen. Unplugged ist ein Langzeitprojekt. Die 1995 begonnene und bis heute fortlaufende Serie von Videoarbeiten folgt klaren Regeln: Am Ende einer Reise, die Eric Hattan aufgrund von Ausstellungsvorbereitungen an einen Ort geführt hat, dreht er die Verpackungen der von ihm konsumierten Güter noch im Hotelzimmer auf links. Die Kamera ist ihm dabei fixiertes Gegenüber und zeichnet die in sorgfältiger Handarbeit vorgenommenen Umstülpungen auf. Die Arbeiten aus der Serie Unplugged sind nicht nur Selbstporträt und persönliches Archiv seines Konsumverhaltens, sondern zeigen auch die visuelle Oberfläche eines Ortes oder einer Kultur.

In einem Pariser Bus der Linie S beschimpft ein junger Mann mit Hut einen älteren Herrn, setzt sich dann auf einen freien Platz und taucht zwei Stunden später an der Gare Saint-Lazare wieder auf, wo einer ihm sagt, sein Überzieher habe einen Knopf zu wenig.
Die Stilübungen bilden das Kunststück, diese Alltagsepisode in über hundert Varianten zu präsentieren – ob als Komödie, Sonett, Haiku, Traum, Amtsschreiben oder Verhör, in Alexandrinern oder Jugendstil, ob kulinarisch, mengenmathematisch, lautmalerisch, weiblich oder reaktionär.

Als Marcel Duchamp vor einhundert Jahren das Readymade erfand, konnte er nicht ahnen, dass diese zufälligen, dem Alltag entnommenen Objekte einen so nachhaltigen Einfluss auf die Kunst haben würden. Das Buch Das Readymade-Jahrhundert untersucht seine Readymades aus zwei Perspektiven: Der Readymade-Index untersucht die Entstehung und Beständigkeit von Duchamps Konzept in den ersten fünfzig Jahren (1914 - 1964) des "The Readymade Century". Der zweite Teil, Readymade Exposition, beschreibt die Geschichte seiner Rezeption, die weit über die Lebenszeit des Künstlers hinausreicht. Die Edition von Duchamps Readymades als Multiples und die Ausstellung von Andy Warhols Brillo Boxes bilden das Scharnier zwischen den beiden Teilen. Zeitgleich, aber unabhängig voneinander, markieren diese beiden Ereignisse im Jahr 1964 einen Wendepunkt in der Mitte des Readymade-Jahrhunderts, der unmittelbare Relevanz für zeitgenössische künstlerische Praktiken des "bereits Gemachten" hat. Das Buch verbindet theoretische Reflexion mit der visuellen Inszenierung von Kunst.

Vortrag über nichts. Die Vorträge sind ›formgebunden‹, nicht an der Aussage über etwas interessiert, sondern an der Vergegenwärtigung des Auszusagenden selbst. Das hat die Zuhörer immer wieder aus der Fassung gebracht. Silence bleibt einer der zentralen Texte der experimentellen Literatur.« Heinrich Vormweg. Aus dem Amerikanischen von Ernst Jandl.
→Silence: Lecture on Nothing Suhrkamp
→ PDF
→ John Cage
→ Ernst Jandl
Pendulum Music (For Microphones, Amplifiers Speakers and Performers) ist der Name eines Werks von Steve Reich, das mit aufgehängten Mikrofonen und Lautsprechern arbeitet und phasenweise Rückkopplungstöne erzeugt. Das Stück wurde im August 1968 komponiert und im Mai 1973 überarbeitet und ist ein Beispiel für Prozessmusik.
Music for 18 Musicians ist eine modular notierte Komposition für 18 Musiker und gilt als ein Hauptwerk der Minimal Music , die durch ihren Farbreichtum eine enorme Breitenwirkung erhielt. Die Aufführung der Komposition dauert ungefähr eine Stunde. Sie gleicht einem rhythmisch-pulsierenden, minimalistischen, sich ständig verändernden, kaleidoskopischen Klangkosmos von Harmonie , der nur schwer einer bis dato vorhandenen Musikrichtung zuordenbar erscheint.

This work will be realized once it is destroyed, 2011.

Akademia Ruchu ("Akademie der Bewegung", auch bekannt als "Theatre of Behavior") is ein Künstlerkollektiv, das 1973 von Wojciech Krukowski in Warschau gegründet und angeführt wurde. Im Juni 1977 nahm Akademia Ruchu am Łódź Theatertreffen [Łódzkie Spotkania Teatralne] teil und entschied sich, ihre Performance im städischen Raum ausserhalb des offiziellen Festival-Programms durchzuführen. Die Performances hatten die Form von kurzen anonymen Interventionen im Stadtraum, wie z.B. dem Wischen von Bus- und Strassenbahnfenstern sehr zur Überraschung der Passagiere, dem demonstrativen Wegwerfen von Zeitungen nach dem Aufschlagen der ersten Seite, und der Bildung von künstlichen Warteschlangen, die parallel zu echten Warteschlangen vor Metzgereien stattfanden, aber nirgendwohin führten. Warteschlange, die vom Laden weggehen und Warteschlange ins Nirgendwo wurden von Personen mit unendlich viel Zeit durchgeführt – wobei die Richtung der realen Warteschlangen verkehrt wurde.
Hito Steyerls How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational .MOV File beschäftigt sich mit der Politik der Sichtbarkeit und den Möglichkeiten, sich im digitalen Zeitalter der Repräsentation zu entziehen. Aufgebaut als "How-to"-Video, präsentiert Steyerls Arbeit eine Vielzahl praktischer Techniken, um zu vermeiden, von der Linse der Kamera erfasst zu werden.

Das von Jan Jelinek für SWR2 konzipierte und produzierte Hörspiel "Zwischen" besteht aus zwölf Sound-Poetry-Collagen, die aus Interviewantworten von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammengestellt wurden. Jede Collage besteht aus den kurzen Momenten zwischen den gesprochenen Worten: Stille, Atempausen und Zögern, in denen die Befragten nicht-semantische Klangpartikel äußern. Diese Sprachcollagen steuern auch einen Synthesizer, der elektronische Klänge erzeugt, die sich mit den Stimmen überlagern und zu zwölf akustischen Strukturen verschmelzen.

Für die Ausstellung von Omer Fast im Martin-Gropius-Bau in Berlin wurde eine Wartezimmertypologie entwickelt, die sich in der Ausstellung als eine Reihe von ideologisch aufgeladenen Zwischenräumen entfaltet. In Anlehnung an die Konzepte des Nicht-Ortes und des Junkspace stellen diese Warteräume passive Räume des politischen Konsums dar. Zwischen den realen Ereignissen spiegelt die Typologie der Warteräume die Themen Tod, Verlust und Fegefeuer wider, wobei jeder Raum eine Kulisse bildet, in der sich die Inhalte der jeweiligen Filme räumlich entfalten können.
House war eine temporäre öffentliche Skulptur der britischen Künstlerin Rachel Whiteread in der Grove Road, Mile End, im Londoner Stadtbezirk Tower Hamlets. Sie wurde am 25. Oktober 1993 fertiggestellt und elf Wochen später, am 11. Januar 1994, wieder abgerissen. Es handelte sich um einen Betonabguss der Innenseite des gesamten dreistöckigen Hauses, des Kellers, des Erdgeschosses und des ersten Stocks, einschließlich der Treppe und der Erker, aber ohne den Dachraum. Nachdem Whiteread das Gebäude im August 1993 in Besitz genommen hatte, wurden neue Fundamente geschaffen, um den neuen Beton zu tragen.

Das Gesetz zur Reform des Markenrechts ermöglicht es Firmen, seit 1995 Farben als Teil ihrer Corporate Identity schützen zu lassen. Lila / Violett wurde damals als erste Farbmarke, in Verbindung mit Schokolade, beim Marken- und Patentamt angemeldet. Seitdem konkurrieren immer mehr Unternehmen um den Anspruch auf das geistige Eigentumsrecht an „ihren“ Farben.

Es handelt sich um eine Serie modularer Leinwände, die vollständig weiß gestrichen sind und die Veränderungen des Lichts und die zufälligen Auswirkungen der Schatten im umgebenden Raum reflektieren. Rauschenberg fertigte diese konzeptionellen Arbeiten erstmals 1951 in sechs Varianten an: ein-, zwei-, drei-, vier-, fünf- und siebentafelförmig. Mehrere der ursprünglichen Leinwände hat Rauschenberg für andere Kunstwerke wiederverwendet. Die Gemälde sollten eine makellose, glatte Oberfläche haben, die durch die Handhabung nicht beeinträchtigt wurde. Ein oder mehrere White Paintings wurden 1951 als Bühnenbild für John Cages Theater Piece No. 1 (das oft als das erste Happening angesehen wird) am Black Mountain College aufgehängt. Cage schrieb diesen Werken die Inspiration für seine charakteristische "stille" Komposition 4'33" (1952) zu.

In Paperwork and the Will of Capital vereint Taryn Simon (*1975) – eine der originellsten und anspruchsvollsten Konzeptkünstlerinnen unserer Zeit – Geopolitik, Gartenbauwissenschaft und die Kunst des Stilllebens, um zu untersuchen, wie die Inszenierung von Macht erschaffen, ausgeführt, vermarktet und erhalten wird.
Die cut-up technique ist eine experimentelle literarische Technik, bei der ein geschriebener Text zerschnitten und neu arrangiert wird, um einen neuen Text zu schaffen. Das Konzept lässt sich mindestens bis zu den Dadaisten der 1920er Jahre zurückverfolgen, wurde aber in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren von dem Schriftsteller William S. Burroughs populär gemacht. Seitdem wurde es in einer Vielzahl von Kontexten verwendet. In den frühen 1970er Jahren verwendete David Bowie Cut-ups, um einige seiner Texte zu verfassen.

All the sounds amplified, 1994. Installation at Marc Jancou Gallery, London, UK, 1994

Installation. Sitzbank, Kartenplotter, leerer, Ausstellungsraum, Masse variabel. Ausstellungsansicht in der Space Gallery, Bratislava 2010
"My Collected Silences" ist eine Videohommage von Heindrich Bölls „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“. Solomons, der als Redakteur Zugang zu all dem Rohmaterial hat, das in die Redaktion kommt, sammelt die stummen Sekunden vor, nach oder zwischen den Sätzen der Interviewpartner.
SARAH SARAH verfolgt das einzigartige Ereignis eines vorübergehenden "Besitzerwechsels" einer der ältesten und heiligsten Begräbnishöhlen des jüdischen und islamischen Glaubens. Die Höhle, die seit jeher ein Ort der Verehrung für beide Religionen ist, wurde seit dem Massaker von Baruch Goldstein im Jahr 1994 physisch geteilt und getrennt genutzt. Der derzeitige Status quo ist: 80% der Fläche der Höhle ist eine Moschee und 20% ist eine Synagoge. Zehnmal im Jahr, an besonderen Feiertagen und unter strenger israelischer Militäraufsicht, wechselt die Höhle jedoch für 24 Stunden den Besitzer, so dass jede Seite alle Räume der Höhle nutzen kann.
Im Jahr 2010 führte Marina Abramović im MoMA eine ausgedehnte Performance mit dem Titel The Artist Is Present auf. Die Arbeit wurde von ihrer Überzeugung inspiriert, dass die Ausdehnung einer Performance über die Erwartungen hinaus dazu dient, unsere Zeitwahrnehmung zu verändern und eine tiefere Auseinandersetzung mit der Erfahrung zu fördern. Sie saß schweigend an einem Holztisch gegenüber einem leeren Stuhl und wartete darauf, dass sich die Leute abwechselnd auf den Stuhl setzten und ihr in die Augen sahen. Fast drei Monate lang, acht Stunden täglich, begegnete sie den Blicken von 1000 Fremden, von denen viele zu Tränen gerührt waren.
In »The Algiers' Sections of a Happy Moment« (2008) wird die Zeit angehalten, doch die Fragmentierung des Raums - die Vervielfachung der Blickwinkel und der Bildausschnitte - wird durch eine zeitliche Ausdehnung entschärft. Die Zuschauenden sind "allwissend", sie können eine Handlung aus allen Blickwinkeln in genau diesem Moment sehen.

A recalled dialogue from some time ago:
Martino:I will make 100 chairs
åbäke:What, the same one 100 times?
Martino: No, they will be different. They’ll be actual size 3D sketching, somehow, you know, instead of drawing on a piece of paper.
åbäke:Sounds great. Do it in 100 days then.
and that's what Martino Gamper did. Over two years he collected chairs from the street, driven by the curiosity of the process of making. There was just one condition (not the perfect chair as one might think): Every new chair had to be unique.

Entwurfskurs von Frank Philippin im Corona-Sommersemester (2020).

The Lights Going On and Off
2007, Tate Britain London
Francis Alÿs persönliche Untersuchungen von Städten vor Ort bilden die Grundlage für seine künstlerische Praxis, die um Alltagsbeobachtungen kreist. Sein komplexes und vielschichtiges Werk umfasst öffentliche Aktionen, Video, Malerei, Performance, Installation, Zeichnung und Fotografie. Paradox der Praxis 1 (Manchmal führt das Tun von etwas zu nichts) ist die Dokumentation einer Aktion, die auf den Strassen von Mexiko-City im Jahr 1997 durchgeführt wurde. Das Video (4:59 min) zeigt ein simples und scheinbar sinnloses Unterfangen: ein grosser Eisblock wird Alÿs durch die Strassen geschoben, bis er schmilzt und nichts mehr von ihm übrig bleibt.
→ Paradox of Praxis 1 (Sometimes Making Something Leads to Nothing)
→ Francis Alÿs

"weather forecast (2)" ist eine unvollständige und subjektive Sammlung englischer Wettervorhersagen, die aus 28 (zufälligen) Zeitungen während 4 verschiedener London-besuche zwischen Oktober 2012 und September 2013 zusammengestellt wurden. in diesen kleinen Auszügen gelesen, erscheint das englische Wetter wie ein Gedicht. dieses buch ist ein zwilling. während "weather forecast (1)" die "Wettergedichte" nacheinander, Seite für Seite, schwarz auf weiß zeigt, nutzt "weather forecast (2)" das buchformat anders: jedes "Gedicht" ist seitenverkehrt auf der rückseite der titelseite gedruckt. durch die transparenz des papiers kann der text durch die Seite hindurch gelesen werden.

Reinigungskraft , Hausmeister, Polizist, so täuschend echt aus Kunstharz nachgebildet, dass es Betrachter oft verstörte. Im Zuge der Pop-Art entwickelte US-Künstler Duane Hanson seine hyperrealistischen Skulpturen, um elitäres Kunstpublikum mit Wirklichkeit zu konfrontieren.
Diese Touristen-Figuren können auch als Metapher für das traditionelle ikonografische Warten des Spectators gesehen werden. Sie betrachten nicht nur, sondern warten. Warten auf die Bedeutung, so wie das beim Betrachter von Kunst üblich ist, hier der Spektator, dort das Bild, das vor ihm oder vor ihr hängt, häufig immer noch im Rahmen und das ihm oder ihr etwas sagen soll (oder nicht). Und daneben steht vielleicht ein Kunsthistoriker, der erklärt, was das Bild dann doch zu bedeuten hat.

1969 veröffentlichte Eugen Gomringer schweigen, einen Klassiker der Konkreten Poesie. Dieses Schweigen, die aktive Nichthandlung, ist im Gedicht durch eine paradoxe Auslassung angezeigt, eine Atempause in der Textzeile. Denn woraus besteht schweigen, wenn nicht aus Text? Die Frage ist aber: aus welchem Text?
4′33″ ist ein 1952 entstandenes „stilles“ Musikstück in drei Sätzen des amerikanischen Avantgarde-Komponisten John Cage. Da während der gesamten Spieldauer der Komposition kein einziger Ton gespielt wird, stellt ihre Aufführung die gängige Auffassung von Musik in Frage. 4′33″ wurde so zu einem Schlüsselwerk der Neuen Musik und regt dabei Zuhörer wie Komponisten und Interpreten gleichermaßen zum Nachdenken über Musik und Stille an.
→ A performance by William Marx of John Cage's 4'33
→ John Cage